Der Kölner Flüchtlingsrat e.V. setzt sich seit seiner Gründung für die Rechte von Geflüchteten ein. Diese Arbeit ist untrennbar mit der Kritik an Rassismus, Ausgrenzung und struktureller Ungleichbehandlung verbunden. Antidiskriminierung ist deshalb kein Zusatzthema, sondern Teil unseres Selbstverständnisses.
Mit „Navigationskurs Zukunft“ richtet der Kölner Flüchtlingsrat diesen Anspruch auch nach innen. Denn eine Organisation, die für Schutz, Teilhabe und Menschenrechte eintritt, muss ihren eigenen Wissensstand regelmäßig überprüfen. Wo entstehen Ausschlüsse? Welche Diskriminierungsformen betreffen Klient*innen, Kooperationspartnter*innen und Mitarbeitende? Wie wirken gesellschaftliche Machtverhältnisse im Arbeitsalltag? Und wie kann Leitung dazu beitragen, ein respektvolles, gerechtes und handlungsfähiges Arbeitsumfeld zu schaffen?
Im Projekt werden Leitungskräfte und Mitarbeitende zu unterschiedlichen Diskriminierungsformen und Allyship fortgebildet, darunter Ableismus, Sexismus und Gadje-Rassismus. Dabei geht es nicht nur um Wissen, sondern auch um konkrete Handlungskompetenz: Wie reagieren wir auf diskriminierende Situationen? Wie stärken wir Betroffene? Wie übernehmen Kolleg*innen Verantwortung als Allies? Und wie können Strukturen so verändert werden, dass Teilhabe nicht vom guten Willen Einzelner abhängt?
Antidiskriminierung verstehen wir als dauerhaften Lern- und Veränderungsprozess. Ziel ist eine Organisationskultur, in der Diskriminierung benannt werden kann, Betroffene ernst genommen werden und Verantwortung nicht individualisiert, sondern strukturell bearbeitet wird.